KSR Vorgeschichte und Trumpf Konzeption

Nach einem Gewitter (etwa am 17. 5. 1996) mit Stromausfall und vermutlich einhergehenden großen Stromschwankungen wurde die KSR1 sehr unstabil. Für eine Reparatur der angeschlagenen Bauteile wäre eine größere Summe notwendig, ohne Garantie, daß damit alle betroffenen neuen Komponenten eine bessere Stabilität zeigen werden.

Da der Aufwand für eine Reparatur der KSR1 nicht sinnvoll erschien, wir aber HPC in Mannheim weiterführen wollen, wurde nach einigen Diskusionen entschieden die Reparaturmittel für eine Pentium PC basierte Lösung zu investieren. Von diesen Mitteln konnten 10 Dual-Processor Rechner mit 20 CPUs (unter Ausnutzung vorhandener funktionsfähiger Komponenten der KSR1) beschaft werden. Die Einzelheiten der Ausstattung finden Sie weiter unten.

Ein Schwachpunkt der bisherigen Konzeption ist die geringe Kommunikations-Performance wegen der Vernetzung durch Ethernet. Hier werden wir uns aber im 2. Halbjahr 1996 nach besseren Lösungen umsehen (z.B. Fast-Ethernet, FDDI, ATM, ParaStation). In den USA gibt es an verschiedenen Unis Forschungen und Entwicklungen zu diesem Problemkreis (z.B. PAPERS, PACET, Beowulf).

Als mögliche Projekte für diesen Rechner sehen wir zum Beispiel Inhaltsanalyse in Videoströmen; Verteilte WWW-Server, Cache-Server und Suchmachinen; Satellitenbild Segmentierung; Verteilte Datenbanken; Verteilte Java Applikationen; Kommunikationsprotokolle für verteilte Systeme; Untersuchung von Network Virtual Memory und Distributed Shared Memory.

In der derzeitigen Marktbereinigung auf dem Gebiet der Supercomputer Hersteller -- Cray wurde von SCI gekauft, Convex wurde von HP gekauft und viele kleinere Hersteller sind vom Markt verschwunden -- stellte sich uns die Frage wie das mit der KSR erworbene Know-How weiter geführt werden kann. Mit der ``Pentium Farm'' haben wir eine Perspektive für die Lehre, Entwicklung und Forschung auf dem Gebiet des parallelen und verteilten Rechnens an der Universität Mannheim aufgezeigt.

Neben dem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis und der Kostenneutralen Realisierung ist hervorzuheben, daß dieses Konzept sehr flexibel den aktuellen Anforderungen unserer Universität angepasst werden kann. Wir hoffen, daß paralleles Programmieren damit wieder eine Perspektive hat und die Universität Mannheim ihre Position als Kompetenzzentrum fuer HPCN in der Bundesrepublik behauptet.

Weitere Details der Umstellung finden Sie in dem Papier "Perspektiven der Ablösung der KSR Rechner am Rechenzentrum der Universität Mannheim" (Postscript, HTML).


[Trumpf] [Benutzung] [Software] [Hardware] [Vernetzung] [Betrieb] [Linux]

Uni-HomeRUM-Home

last update: 10.10.96
Heinz Kredel <kredel@rz.uni-mannheim.de> oder <parallel@rz.uni-mannheim.de>